Philipp Strack, Sportler des Jahres 2011 in Werne, im Portrait

In seinem letzten Jugendjahr führt Philipp Strack als Mittelmann den Nachwuchs des ASV Senden in die Spitzengruppe der Jugendhandball-Bundesliga Nord. Dort heißen die Gegner GWD Minden oder TuSEM Essen.

„Das ist schon geil, gegen solche Gegner zu spielen. Einige Spieler sind ja sogar schon in der richtigen Bundesliga eingesetzt worden“, hat der 18-Jährige sichtlich Spaß. Mit 1,75 Meter gehört er zu den kleinsten Spielern in der Liga, aber das ist für ihn kein Problem. „Meine Stärke ist eher das Auge, ich setze die anderen Spieler in Szene“, sagt Strack über sich.

Platz sechs steht derzeit zu Buche bei 16:12 Punkten. Wozu Strack und seine Mitspieler in der Lage sind, haben sie schon bewiesen: Spitzenreiter Hannover-Burgdorf hat nach sieben Siegen seine erste Niederlage in Senden kassiert. „Wir haben leider ein paar andere Spiele verschenkt, sonst ständen wir noch besser da“, gesteht Philipp ein.

Als er das erste Mal mit seinen Freunden in Werne einen Ball in die Hand nahm, war diese Karriere nicht zu abzusehen. „Mit sechs oder sieben Jahren habe ich bei den Minis angefangen“, erinnert sich Strack. „Ich war einer von vielen.“ Den Wechsel nach Senden machte er in der C-Jugend, aus Vernunftgründen: „Ich war schlecht in der Schule und hab im Internet nach einem Handballinternat gesucht.“ Und da „habe ich überhaupt das erste Mal von Senden gehört“, sagt er und muss lachen. Mittlerweile ist Senden seine zweite Heimat geworden. Zwar ließ er den Wechsel ins Internat nach Senden sein, doch ab dem zweiten C-Jugendjahr wurde die 35 Kilometer lange Fahrt von Werne nach Senden zur Routine. „Vier Mal die Woche ist Training, dazu kommen die Spiele“, berichtet er. Und die Schulnoten haben sich auch gebessert. „Durch das häufige Training habe ich einen geregelteren Tagesablauf“, sagt Strack.

Viel zu verdanken hat er sicherlich seinem Vater Klaus Stein-Strack, der früher auch beim TV Werne Jugendtrainer war. „Mein Vater hat sehr viel Zeit investiert“, dankt Philipp seinem „Chauffeur“, der ihn zum Training gefahren hat, während der Einheit dablieb und seinen Filius anschließend wieder nach Hause kutschierte. Vater Strack ist obendrein Betreuer und Organisator der Mannschaft.

Phlipps Erfolgsbilanz mit dem ASV lässt sich sehen: Bezirksmeister in der C-Jugend, in der B-Jugend Vizemeister in der Oberliga hinter Erz-Rivale Minden und später Vizewestfalenmeister – auch hinter Minden. In der A-Jugend gelang auf Anhieb der Sprung in die höchste Spielklasse Regionalliga und im Sommer der Aufstieg in die neugegründete Jugendhandball-Bundesliga.

Wie es nach der Jugend weitergeht, ist offen: Die Sendener Senioren stehen vor dem Sprung in die Oberliga, aber auf Philipp dürften noch andere Aufgaben warten. Er will aber erst einmal die Zeit genießen – in der Jugendbundesliga und als Wernes Sportler des Jahres.

aus WA Online 3.2.12

gemeinsam mehr erreichen – fördern und fordern mit Konzept